Datenleck bei anonymer Kryptowährung Verge?

Auf der Webseite xvg.keff.org werden alle paar Sekunden die IP-Adressen der Nutzer der eigentlich anonymen Kryptowährung Verge (XVG) veröffentlicht. XVG unterstützt von Hause aus TOR und das Anonymisierungsnetzwerk Invisible Internet Project (I2P). Viele fragen sich nun, wie sicher Verge ist.

Schon vor ein paar Tagen warnte Bitcoin.com vor einer Nutzung von Verge. Zwar seien die Transfers überaus günstig und schnell, dafür könne man der anonymen Nutzung nicht gänzlich vertrauen, hieß es. Derzeit werden die IP-Adressen von Teilnehmern zahlreicher Verge-Transaktionen von einer Webseite ohne Impressum aufgeführt. Der anonyme Betreiber kündigte an, demnächst auch die Transfers der Electrum XVG Wallet zu veröffentlichen. Gleichzeitig wird eingeschränkt, dass nicht alle aufgeführten IP-Adressen korrekt sein müssen. Da das Netzwerk aber vergleichsweise klein sei, sollen viele davon richtig sein.

Im Oktober traf sich John McAfee, der Gründer der gleichnamigen Firma, mit einem Mitglied der Verge-Community. McAfee hob in seinen Tweets mehrfach den möglichen Kursanstieg dieser Kryptowährung hervor. Der Besucher behauptet, der Geschäftsführer hätte für seine Aktivitäten auf Twitter bezahlt werden wollen. 1,1 Millionen US-Dollar sollen angeblich im Gespräch gewesen sein. Später wollte der CEO der Antiviren-Firma nichts mehr von dieser Absprache gewusst haben. Wer die Unwahrheit sagt, ist und bleibt unklar. Überprüfbar sind lediglich die gemeinsamen Fotos, die der XVG Whale, wie er sich selbst bei Twitter nennt, an der Spitze seiner Tweets angeheftet hat. Was am Ende bleibt, ist ein bitterer Nachgeschmack der Story.

Im hauseigenen Video vom Dezember wird verkündet, Verge (XVG) sei die einzige digitale Währung, die man nicht zurückverfolgen könne und die ebenfalls zum täglichen Gebrauch geeignet sei. Über den eigenen Twitter-Account von XVG wurde bekannt gegeben, man habe die IP-Adressen, die bei xvg.keff.org veröffentlicht werden, überprüft. Dabei habe man keine einzige akkurate IP-Adresse ausfindig machen können.

Leak oder Fake? Bisher ist noch unklar, was es mit dem vermeintlichen Datenleck auf sich hat. Und selbst wenn man die korrekte IP-Adresse besitzen sollte, braucht man seit einigen Jahren für ein zivilrechtliches Auskunftsverfahren einen berechtigten Grund, um die Anschrift des Anschlussinhabers vom Internet-Anbieter mitgeteilt zu bekommen. Strafverfolgungsbehörden dürften allerdings beim Verdacht auf Geldwäsche, Steuerhinterziehung oder möglichen Drogendelikten keine Probleme haben, die Telekom & Co. von ihrem Auskunftsanspruch zu überzeugen.

2018-01-03T09:51:41+00:00