Intel hat mit einer Product Change Notification das Ende von Intels Itanium Prozessoren besiegelt. Die letzte Iteration der Server-CPUs mit dem Codenamen Kittson wird ab am 30. Januar 2020 nicht mehr zu ordern sein. Auslieferungen sollen jedoch noch bis zum 29. Juli 2021 erfolgen.

Kittson war nur ein leichter Aufguss der Vorgängergeneration Poulson und brachte keine wesentlichen Neuerungen mit sich und enttäuschte so viele Kunden. Um das Maß der Enttäuschung besser aufzuzeigen: Die Poulson-Modelle waren für das Jahr 2009 angekündigt und kamen erst drei Jahre später tatsächlich auf den Markt und hatten 4/8 Kerne und 8/16 Threads. Für den Neuaufguss kam im Jahr 2017 immer noch der betagte 32 nm-Prozess zum Einsatz. Der Chip hatte bei 3,1 Milliarden Transistoren eine brutale Verlustleistung von 170 W bei niedrigen Taktraten. Dass die Entwicklung von Intel nicht unbedingt priorisiert wurde, ist vielleicht auf den Verzicht von Microsoft und Oracle zurückzuführen, die schon vor Jahren davon abgekommen sind.

Seit den 90er-Jahren entwickelte Intel die IA64-Mikroarchitektur. Das Ziel war es, den Konkurrenten IBM POWER, Oracle SPARC den Kampf anzusagen. Das Unterfangen war für Intel kein leichtes, es mangelte an Software, die Ausführung von x86-Code war nur bei schlechter Performance möglich und die Konkurrenz schlief nicht. Der eigentliche Todesstoß war vermutlich AMD64. Ein Überbleibsel von Itanium wird vermutlich längere Zeit erhalten bleiben. Es ist die Rede vom Extensible Firmware Interface (EFI), was in heutigen PCs Verwendung findet. In der Szene wurde der Itanium oft mit der unsinkbaren Titanic verglichen und erhielt den spöttischen Spitznamen Itanic. Das Schiff geht nun langsam aber sicher unter.