Im Jänner 2020 endet die reguläre Unterstützung für den Oldie, nun sind Preise für den „erweiterten Support“ durchgesickert.

Obwohl es vor zehn Jahren erschienen ist und in der IT-Zeitrechnung somit schon als „Oldie“ gilt, genießt Windows 7 nach wie vor hohe Verbreitung. Statcounter weißt dem System 35 Prozent Marktanteil am Desktop aus, 37 Prozent sind es bei Netmarketshare. Erst heuer konnte Windows 10 an seinem Vorvorgänger vorbeiziehen.

Die nach wie vor große Popularität könnte bald zum Sicherheitsproblem werden. Schon länger gibt es keine neuen Features mehr für die Plattform. Ab 14. Jänner 2020 liefert Microsoft dann auch keine Sicherheitspatches mehr, da der offizielle Support komplett eingestellt wird. Einige Organisationen und Firmen könnten dann vor einem teuren Problem stehen.

Anzuraten ist natürlich ein Umstieg auf ein neueres System bis zum Stichtag. Doch gerade im betrieblichen Umfeld ist ein solcher Wechsel gar nicht so einfach. In größeren Firmen sind nicht selten Spezialprogramme im Langzeiteinsatz, die erst mit neuen Systemen kompatibel gemacht werden müssen. Ein Problem, mit dem sich Unternehmen schon beim Ende des Supports von Windows XP im Jahr 2014 auseinandersetzen mussten.

Microsoft bietet allerdings all jenen, die ab 15. Jänner immer noch mit Windows 7 arbeiten müssen, kostenpflichtig Hilfe an. Diese leistet man maximal bis Jänner 2023, wobei der Preis von Jahr zu Jahr weiter ansteigt. Er gilt zudem nur für Windows 7 Pro und Enterprise, alle anderen Versionen sind ausgenommen.

Von Jänner 2020 bis Jänner 2021 nimmt man 25 Dollar von Enterprise-Kunden und 50 Dollar für Windows 7 Pro – wohlgemerkt pro PC. Im Folgejahr sind es bereits 50 bzw. 100 Dollar. Und im letzten Supportabschnitt von 2022 bis 2023 muss man 100 bzw. 200 Dollar je Gerät kalkulieren. Ein Unternehmen mit 100 Rechner mit Windows 7 Enterprise muss also im letzten Jahr 10.000 Dollar dafür aufwenden, um diese gegen Sicherheitslücken absichern zu lassen.

Kunden im „Software Assurance“-Programm erhalten eine Ermäßigung. Eine vage Stellungnahme von Microsoft legt nahe, dass auch für andere die jeweiligen Preise verhandelbar sein könnten, wobei die Anzahl der im Einsatz befindlichen Windows-Lizenzen eine Rolle spielen könnte.

Eine Mindestanzahl an zu versorgenden Geräten gibt es zwar nicht, allerdings können keine Jahre übersprungen werden. Wer 2020 auf den Support verzichtet, muss den Jahresbetrag nachzahlen, wenn er den Extended Support später doch in Anspruch nimmt.